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Liste der Dissertationsvorhaben

Detailinformationen

Deutsch ist nicht gleich Deutsch - Die deutsche Standardsprache an Südtiroler Schulen (Dissertationsprojekt)
Doktorandin
Silvia Hofer

Institution
Universität Wien, Institut für Sprachwissenschaft

Europäische Akademie Bozen (EURAC), Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit

Betreuer
Univ. Prof. Dr. Prof. Rudolf de Cillia (Universität Wien)

Projektbeschreibung
Ziel meiner Dissertation ist es, den Umgang mit der plurizentrischen bzw. pluriarealen deutschen Sprache in Südtirol im Kontext Schule zu untersuchen. Ich befasse mich sowohl mit dem bildungs- als auch mit dem fremd- bzw. zweitsprachlichen Deutschunterricht, die ja im mehrsprachigen Südtirol alle relevant sind, und interessiere mich für die Perspektive der Lehrenden und der Lernenden aller drei Sprachgruppen in Südtirol (deutsch, italienisch, ladinisch).

Konkret befasst sich meine Dissertation mit folgenden Forschungsfragen:

  • Auf welche Norm(en) beziehen sich Deutschlehrpersonen? Was verstehen Deutschlehrpersonen unter „Standarddeutsch“, was korrigieren/akzeptieren sie? Welche standardsprachlichen Varianten werden von SchülerInnen, welche von Deutschlehrpersonen bevorzugt?
  • Was wissen Deutschlehrpersonen und SchülerInnen über die verschiedenen Varietäten des Deutschen? Werden sprachliche Variation, innere Mehrsprachigkeit u.ä. im Unterricht thematisiert?
  • Welche Einstellungen haben die Deutschlehrpersonen und SchülerInnen gegenüber den verschiedenen Standard- und dialektalen Varietäten des Deutschen?

Für meine Arbeit erhebe ich sowohl qualitative (Interviews, Gruppendiskussionen) als auch quantitative Daten (Fragebögen).

Weitere Informationen finden sich unter diesem Link.

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Form und Funktion der Reflexiva in österreichischen Varietäten des Bairischen (Dissertationsprojekt)
Doktorandin
Ursula Stangel

 

Institution
Ludwig-Maximilians-Universität München
Linguistisches Internationales Promotionsprogramm LIPP

 

Betreuerin
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Projektbeschreibung
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Perzeptive Variationslinguistik im bairischen Sprachraum

Perzeptive Variationslinguistik im bairischen Sprachraum (Dissertationsprojekt)
Doktorandin
Andrea Kleene

 

Institution
Universität Wien

 

Betreuerin
Univ. Prof. Dr. Alexandra N. Lenz (Universität Wien)

 

Projektbeschreibung
In meinem Dissertationsprojekt soll es um die folgenden drei zentralen Fragestellungen gehen:
1. Wie werden Varietäten/Sprechlagen und ihre SprecherInnen im bairischen Sprachraum erfahren, benannt, verortet und bewertet, und zwar von den SprecherInnen selbst und von Außenstehenden?
2. Welchen Einfluss haben die politischen Grenzen auf die perzeptionellen Strukturen?
3. Wie wird die syntaktische Ebene im Vergleich zu anderen linguistischen Ebenen (Phonetik/Phonologie, Morphologie, Lexik) wahrgenommen?
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Pluralmorphologie von Substantiven in bairischen Varietäten in Österreich - Das Burgenland als Forschungslabor (Dissertationsprojekt)
Doktorandin
Mag. Christina Schrödl

 

Institution
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologe (ICLTT), Forschungsgruppe DINAMLEX

 

Betreuerin
Univ. Prof. Dr. Alexandra N. Lenz (Universität Wien)

 

Projektbeschreibung
Mit meinem Dissertationsprojekt verfolge ich das Ziel, die Pluralmorphologie am Beispiel des Burgenlandes an einigen Ortspunkten in Bezug auf den Basisdialekt sowie den regionalen Standard zu untersuchen, unter Berücksichtigung der diachronen Dimension. Die Ergebnisse der Studie werden einen völlig neuen Blick auf die dialektale Pluralmorphologie erlauben. Während in bisherigen Untersuchungen im Bereich der dialektalen Pluralmorphologie meist davon ausgegangen wurde, dass pro Ortspunkt jeweils ein Plural für einen Singular möglich ist, konnte in Voruntersuchungen zum Dissertationsprojekt bereits ein Formenreichtum von bis zu fünf Pluralformen für einen Singular an einem Ortspunkt erhoben werden; in einem Fall wurden sogar acht Plurale toleriert. Einige ForscherInnen dokumentieren zwar Dubletten oder einen dreifachen Plural für einen Ortspunkt, stellen aber keine weiteren expliziten Untersuchungen in diese Richtung an. Ausgehend von eigenen Vorarbeiten zum Thema [Schrödl 2009; Schrödl (i.Vorb.); Schrödl/Korecky-Kröll/Dressler (beim Gutachter)] kristallisierten sich bei der Analyse der Pluralmorphologie des Basisdialektes des Ortes Tadten im burgenländischen Seewinkel folgende Auffälligkeiten heraus:
  • Variation 1: größere Vielfalt an Allomorphen gegenüber dem Standard
  • Variation 2: mehrere Plurale für einen Singular (bis zu acht Plurale) ohne bedeutungsdifferenzierende Wirkung
  • eine auffallend hohe Anzahl an Nullpluralen.
Die zentralen Forschungsfragen sind:

 

  • Sind die oben angeführten Auffälligkeiten (Nullplurale; große Bandbreite an Pluralen, explizit auch für ein Lexem im Singular) eine Einzelerscheinung oder sind sie weiter verbreitet? Wie groß ist die jeweilige Reichweite der produktiven und unproduktiven Pluralbildungsmuster? Handelt es sich um ortsbezogene Erscheinungen oder um weitreichendere Verbreitung? Sind ausstrahlende Zentren feststellbar? Lassen sich Isoglossen feststellen?
  • Zeigen sich Unterschiede zwischen Orten und Städten? (Zeigt sich in Städten eine stärkere Normierung in der Sprechergemeinschaft?)
  • Welche Ergebnisse zeigen sich, wenn Minderheitensprachen im untersuchten Ort gesprochen werden?
  • Welche Plurale sind für welche Genera zulässig bzw. wie sind die Plurale verteilt?
  • Lässt sich ein Muster für die Verteilung erkennen? (Wenn ja: phonetische Ähnlichkeit, Semantik, Häufigkeit). Lassen sich für die Verteilung der Varianten sprachliche oder andere Gründe finden?
  • Beeinflusst die Anzahl an Pendlern die Variation? (Wenn ja: Welcher Art ist dieser Einfluss? Zeigen sich dadurch mehr standardnahe Plurale?) . Welche Pluralbildungsmuster werden als potentiell möglich eingestuft? Welche gelten als illegal?
  • Welche Pluralformen sind historisch (mhd., fnhd.) belegt?
  • Welche Pluralformen werden im regionalen Standard geschrieben?
  • Zeichnet sich ein Wandel ab? Wenn ja, welcher?

 

Diese sollen mit folgenden Methoden und Quellen beantwortet werden:
  • aktuelle basisdialektale Daten: direkte Erhebung auf der Basis von Befragungsliste in zwei Phasen; spontansprachliche Daten
  • diachrone Daten: mittelbairisch [Daten: Klaus-Peter Wegera (1987) für die Zeit von 1350-1700]; Wenkerbögen (zwischen 1926 und 1933); Tonaufnahmen (1952-1975); Belege aus dem Hauptkatalog zum Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich (WBÖ); Ortsgrammatiken
  • regional geschriebener Standard (als oberster Pol im vertikalen Variantenspektrum): Korpusanalyse des "Austrian Media Corpus"
  • semantische Merkmalsanalyse
  • Berücksichtigung der Phonetik
Die Auswertung erfolgt über eine noch zu entwickelnde Datenbank.

 

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Soziolinguistische Untersuchungen der fränkisch-bairischen Sprechergemeinschaft in Munkatsch/Ukraine

Soziolinguistische Untersuchungen der fränkisch-bairischen Sprechergemeinschaft in Munkatsch/Ukraine (Dissertationsprojekt)
Doktorandin
Barbara Neuber

 

Institution
Universität Regensburg

 

Betreuer
Prof. Dr. Albrecht Greule (Universität Regensburg)

 

Projektbeschreibung
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Syntaktische Synchronisierungen. Auffälligkeit, Variabilität und sprachdynamische Realisierung syntaktischer Strukturen (Dissertationsprojekt)
Doktorand
Mag. Timo Ahlers

 

Institution
Universität Wien

 

Betreuerin
Univ. Prof. Dr. Alexandra N. Lenz (Universität Wien)

 

Projektbeschreibung
Der Gegenstand des Dissertationsvorhabens sind Synchronisierungsprozesse in der Syntax, wie sie Schmidt/Herrgen (2011) für die Lautebene ansetzen. Mittels Perzeptions- und Performanzexperimenten sollen insbesondere syntaktische Auffälligkeit und Variabilität (Voraussetzungen für Synchronisierungsprozesse) untersucht werden sowie die Realisierung von Synchronisierungsprozessen.

 

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Syntaktische Variation der modernen Regionalsprache in Wien (Dissertationsprojekt)

Syntaktische Variation der modernen Regionalsprache in Wien (Dissertationsprojekt)
Doktorand
Ludwig Maximilian Breuer

 

Institution
Universität Wien

 

Betreuerin
Univ. Prof. Dr. Alexandra N. Lenz (Universität Wien)

 

Projektbeschreibung
Mein Dissertationsprojekt soll die gegenwärtige sprachliche Variation im Ballungsraum Wien auf der Grundlage syntaktischer Phänomene untersuchen. Angestrebt ist eine möglichst vollständige Analyse und Beschreibung der Funktionsweise syntaktischer Variation im Untersuchungsgebiet auf der Grundlage valider empirischer Daten. Dies zielt insbesondere auf die systematische Darstellung der vertikalen Struktur der gesprochenen „Stadtsprache“ ab. Somit sollen Varietäten bzw. Sprechlagen zwischen den Polen „Standardsprache“ und „Dialekt“, die in der Sprachkompetenz und -performanz der Wiener SprecherInnen existent sind, ermittelt werden. Im Zuge des Dissertationsvorhabens werden im Wesentlichen drei Untersuchungsbereiche der modernen Linguistik kombiniert: die moderne Regionalsprachenforschung (areale Varietätenlinguistik), die Stadtsprachenforschung sowie die Syntax gesprochener Sprache. Um die sprachliche Realität methodisch sauber zu erfassen, sind überdies (in allen Bereichen) pragmatische Modelle der Soziolinguistik unerlässlich. Es wird davon ausgegangen, dass die Variation funktional durch diverse situativ-kommunikative Faktoren konstituiert ist, welche unter anderem durch die Analyse der Spracheinstellungen erhoben werden sollen. Das heißt, dass empirische Methoden der Regionalsprachenforschung mit den soziolinguistischen Modellen der Stadtsprachenforschung kombiniert werden, um die Komplexität der deutschsprachlichen Variation innerhalb des Ballungsraums Wien zu erfassen. Im Fokus stehen dabei syntaktische Variablen der Wiener Regionalsprache. Die Erhebung, Beschreibung und Analyse der syntaktischen Variation einer Stadtsprache erfordert innovative Methoden. So sollen neben bisher erfolgreich eingesetzten direkten Erhebungsmethoden wie Tiefeninterviews, videogestützte Experimente (vgl. Kallenborn) weitere Methoden explorativ getestet werden, hierzu gehören z.B. computergestützte Hörerurteilstests, situationsvariierende Aufnahmen, in denen verschiedene situative Settings getestet werden, oder Wochenaufnahmen, welche einen Eindruck über die verschiedenen Situationen, denen StadtbewohnerInnen tagtäglich ausgesetzt sind, liefern sollen. Um die Ergebnisse aus den direkten Erhebungen empirisch signifikant zu bestätigen, kommen außerdem Fragebögen (zur Dialekt- sowie Standardkompetenz und Mischformen daraus) zum Einsatz.
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Syntax der gesprochenen Sprache jugendlicher Dialektsprecher in Osttirol (Dissertationsprojekt)
Doktorandin
Melanie Glantschnig

 

Institution
Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Germanistik

 

Betreuerin
Univ.-Prof. Dr. Arne Ziegler (Universität Graz)

 

Projektbeschreibung
Das Dissertationsprojekt widmet sich syntaktischen Besonderheiten in mündlichen Äußerungen jugendlicher DialektsprecherInnen Osttirols im Vergleich zu erwachsenen DialektsprecherInnen. Damit wird das Desiderat fehlender Untersuchungen zur Syntax gesprochener Sprache Jugendlicher in Österreich erstmalig in größerem Umfang angegegangen und eine Analyse des Zusammenspiels alterspräferentieller und dialektaler Sprechweisen geleistet. Als Datengrundlage wurden dafür Freizeitgespräche unter Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren im Umfang von rund 8 Stunden sowie als Vergleichskorpus Gespräche unter erwachsenen OsttirolerInnen im Umfang von rund 4 Stunden aufgezeichnet, transkribiert und annotiert. Im Vordergrund steht dabei die Tatsache, dass das Korpus aus gesprochener Sprache besteht und sich primär schon aus dem Spannungsfeld Mündlichkeit – Schriftlichkeit Unterschiede ergeben. Nur jene Phänomene, die sich nicht nur aus dem Merkmal gesprochen erklären lassen, können in weiterer Folge ausdifferenziert und sozio- bzw. dialektal interpretiert werden. Die linguistische Beschreibung syntaktischer Phänomene der gesprochenen Sprache wird hier zusätzlich durch die Inadäquatheit skriptizistischer Kategorien, die in der Tradition normorientierter, schriftbezogener Grammatiken entstanden sind und Phänomene gesprochener Sprache nur unzureichend begreifen, erschwert. Während in einem geschriebenen Text der Satz zu den grundlegenden grammatischen Einheiten gezählt werden kann, sind mündliche Äußerungen nicht in einzelne Sätze, sondern in Gesprächsbeiträge mehrerer Sprecher, bestehend aus satzförmigen und nicht-satzförmigen Einheiten einzuteilen. Eine Dialektsyntax als Ziel einer Untersuchung zu postulieren, heißt u.a. gesprochene Texte in diese Äußerungseinheiten zu zerlegen. Darüber, wie diese Einheiten kategorisiert werden können, herrscht jedoch Uneinigkeit. Mit meinem Dissertationsprojekt bewege ich mich also im Überschneidungsbereich dreier Subdisziplinen – der Jugendsprachforschung, der Grammatik der gesprochenen Sprache und der Dialektsyntax – und setze mich auch mit deren theoretisch-definitorischen Grundfragen auseinander. Die Hauptziele des Dissertationsprojektes bestehen darin 1. mit der funktional-pragmatisch orientierten Analyse satzförmiger und nicht-satzförmiger Einheiten und deren frequentieller Verteilung einen Beitrag zur Syntax eines südbairischen Dialekts jugendlicher Sprecher sowie 2. einen Beitrag zur theoretischen Verortung und der Kategorienentwicklung in der Grammatik gesprochener Sprache zu leisten.

 

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Wandelerscheinungen in der Innsbrucker Mundart über drei Generationen
Doktorandin
Irina Windhaber

 

Institution
Universität Innsbruck

 

Betreuer
Univ.-Prof. Dr. Manfred Kienpointner & ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Anreiter (beide Universität Innsbruck)

 

Projektbeschreibung
Im Rahmen dieses Dissertationsprojektes sollen aktuelle Wandelerscheinungen in der Innsbrucker Mundart beleuchtet werden, wobei der Fokus auf phonologischen und morphologischen Phänomenen liegt. Die Ergebnisse aus der vorangegangenen Diplomarbeit zur Innsbrucker Jugendsprache deuten darauf hin, dass im Untersuchungsgebiet mit Sprachwandelprozessen zu rechnen ist, die sich unter den Schlagwörtern Regionalisierung und Standardisierung subsumieren lassen. Methodisch ordnet sich die Dissertation in das weitestgehend quantitativ ausgerichtete Paradigma der variationistischen Soziolinguistik ein und arbeitet mit statistischen Methoden zur Identifizierung von signifikanten Einflussfaktoren auf sprachliche Variation. Zur Datensammlung dienen halbstrukturierte Gruppeninterviews, um das Beobachterparadoxon so weit wie möglich zu umgehen. Dieses Forschungsprojekt soll einen Beitrag zur aktuellen, weltweiten Forschung über sprachliche Regionalisierungs- und Standardisierungsprozesse liefern und überprüfen, ob solche Wandelerscheinungen auch in Innsbruck auftreten.

 

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Koordination:

Germanistische Sprachwissenschaft
Univ.-Prof. Dr. A. N. Lenz
Universität Wien, Institut für Germanistik
Universitätsring 1
A-1010 Wien
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0
Letzte Änderung: 24.05.2018 - 15:24